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Mick Fitzgerald ist Ire, wohnt in Dublin, macht aber keine Irish Folk Music, sondern ist Singer/Songwriter, der sich eher an der Pop Musik der 1960er bis 1980er zu orientieren scheint als an den traditionellen Musikstilen Irlands. Wenn ich ihn einfach so hören würde, würde ich ihn für einen englischen Musiker halten, und mir kommen Bilder hoch wie dieses: Eine englische Vorstadt, rote Backsteinhäuser, Samstagvormittag, die Leute mähen die Rasen in den Vorgärten, kaufen im Supermarkt ein oder bereiten in der Küche mit Festern vorne raus das Mittagessen zu, und in den Auto- und Küchenradios läuft diese Musik. Seine Stimme ist recht hoch, er begleitet sich mit einer Gitarre, aber die Musiker um ihn herum produzieren einen vollen, poppigen, teils jazzigen Bandsound, und manchmal erinnert mich das Ganze an die frühren Bläck Fööss, das Lied „Old Comics“ zum Beispiel an „Engelbäät“. Die Texte scheinen mir recht ernst zu sein, aber die Musik selber vermittelt eine lockere, fröhliche, leichte Stimmung, teils sehr schwungvoll, teils eher verträumt, auf jeden Fall angenehm, wenn auch nicht sehr fesselnd. Man sollte sich den Texten widmen, aber das Booklet enthält zu jedem Lied nur ein bis zwei Zeilen an Information. Also daran sollte ein Liedermacher nicht sparen, seine Texte zum Mitlesen abzudrucken, zumal ich als Nichtenglischmuttersprachler gesungenen Texten nicht sehr gut folgen kann. Nun schickte mir Folker-Kollegin Gabriele Haefs aber die Texte als Fotokopien zu, um beim Lesen des Titelsongs kommt mir der Kontrast zwischen der Stimmung der Melodie und des Textes sehr deutlich vor:
„ I’m really gonna pay I’ve nothing to protect me You’re moving out today It had to end this way I’ve no one to defend me and nothing left to say.
Now all I know is from this very moment You won’t show your dace again time for damage limitation spare ourselves the pain […]”
Und in einer locker-flockigen Melodie mit schnellem Rhythmus dargebracht, da denkt man bestimmt nicht als Beziehungsprobleme. Das anschließende „Amidship“ klingt aber schon ernster und eher nach Ballade und Lamentation. Fazit: Das Album ist gleichermaßen für zwei Arten des Hörens geeignet: Samstagsvormittags bei der Haus- und Gartenarbeit so nebenher und richtig konzentriert den Lyrics nachhängend und über sie nachdenkend. Und wenn man bei letzterem doch mit Fragen über den tieferen Sinn zurückbleibt, dann ist das doch das Schicksal vieler Lieder und Gedichte, die in die Weltliteratur eingegangen sind. |
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