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Die Bombarde ist die bretonische Spielart der Schalmei, die in den meisten europäischen und asiatischen Volkskulturen gebräuchlich war und ist. Eine einfache Holzoboe mit Doppelrohrblatt und sechs Grifflöchern. Archetypische Rohrblattinstrumente sind die altgriechischen Auloi und die römische Tibia. Wie viele Instrumente dürften die Prototypen der Schalmei, wie sie bis ins 17. Jahrhundert auch in der höfischen Musik gebräuchlich waren, ehe sie zur Oboe weiterentwickelt wurden, aus dem orientalisch-fernöstlichen Raum gekommen sein. Direkte Verwandte der Bombarde sind die Sona (China), die Sornay (Iran), die Zurna (Anatolien), die Zurla (Balkan), die Piffero (Italien), doch nirgends in Europa ist die Schalmei so präsent wie in der keltischen Bretagne, wo sie mit ihrem grellen, lauten, surrenden Klang im Duett mit der leiseren und eine Oktav höher gestimmten Binioù, dem bretonischen Dudelsack, auftritt (die Kombination Schalmei-Dudelsack ist häufig belegt und wird ansonst nur noch in Italien und einigen außerbretonischen Regionen der französischen Westküste gepflogen). Solch ein Duo heißt in der Bretagne couple de sonneurs, und ihr Zusammenspiel entspricht dem traditionellen Singstil Kan ha Diskan, einer Art gesungenem Frage-Antwort-Spiel. Nach dem II.Weltkrieg formierten sich große „Blasorchester“ aus Dudelsack- und Bombardespielern, die so genannten Bagadoù (im Singular: Bagad). Der Vorteil der Bombarde gegenüber dem Dudelsack zeigt sich in ihrer Fähigkeit zum Staccatospiel, während bei ersterem der Ton kontinuierlich dahinfließt. Im instrumental anspruchsvollen Folk-Revival seit den 70er Jahren wurde die Bombarde zunehmend in einen Bandsound neuen Zuschnitts integriert. Auch sind im modernen bretonischen Folk weiterentwickelte Bombardes mit Klappensystemen und weicherem Klang (nach Vorbild der katalanischen Tiple) in Verwendung: Lombarde und Pistoñ, dessen Erfinder Youenn Le Bihan von der Gruppe Skolvan ist. Im britischen Raum ist sie natürlich auch in Verwendung, nicht nur für bretonische Melodien. Die nordenglische House Band verwendet sie mitunter für bulgarische Tunes, Tony Cuffe von Ossian entdeckte die Tiple für den schottischen Folk, und bei auf Alte Musik spezialisierten Ensembles waren diverse Schalmeieninstrumente stets in Gebrauch. |
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