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„O’Neill often found work for traditional musicians as policemen. The Chikago police force employed a disproportionately high percentage of traditional musicians while O’Neill was their chief.“
Nuala O’Connor
Langjähriger Chef der Chikagoer Polizei um die Jahrhundertwende u. wohl bedeutendster Sammler irischer Melodien. Seine Dance Music Of Ireland - 1001 Gems (1907) ist auch für heutige Musiker eine der wichtigsten Quellen. 1849 wurde Francis O’Neill in Tralibane bei Bantry, County Cork, geboren. In dieser äußerst musikalischen Umgebung entschied er sich für die hölzerne Querflöte. Zudem war er mit einem phänomenalen Gedächtnis ausgestattet. Er hätte noch nie, behauptete er in seinen Memoiren, je einen Tune oder ein Lied, das er einmal gehört hat, vergessen. Das damalige Irland sah sein musikalisches Erbe der Vernichtung durch die Kirche ausgesetzt, welche in Musik u. Tanz nichts als sinnenbetörendes Teufelswerk sah. Dies prägte früh die lebenslange Feindschaft des leidenschaftlichen Musikers gegen die Katholische Kirche. Mit 16 verließ er Irland, heuerte auf etlichen Schiffen an, erlitt einmal sogar Schiffbruch, landete in San Francisco u. im Jahr 1871 schließlich in Chikago, wo er sich bald als Polizist anstellen ließ. 1901 wurde er Polizeipräsident u. glaubt man Zeitzeugen, so schien die Chikagoer Polizei unter seinem Präsidium nichts als ein verdeckter Musikverein gewesen zu sein. Im selben Jahr wählte man ihn zum Präsidenten des Chikago Irish Music Clubs. Dass ein Großteil der Exekutive aus Iren bestand, war üblich, O’Neill sorgte dafür, dass es musikalische Iren waren. Er kannte die meisten großen amerikanisch-irischen Musiker seiner Zeit persönlich u. nützte diese Bekanntschaften zum unermüdlichen Sammeln von Tunes. Da des Notenschreibens nicht mächtig, war er auf sein Gedächtnis angewiesen. Auf der Querflöte spielte er die Reels, Jigs etc. einem gewissen Sergeant James O’Neill vor, der sie für ihn notierte. 1903 entwickelte sich daraus die Sammlung The Music of Ireland, welche auch bereits notierte Stücke der Sammler Edward Bunting (1773-1843) u. George Petrie (1790-1866) inkludierte. 1907 folgte dann der Klassiker unter allen Sammlungen: O’Neills 1001 Gems, ein Standardwerk, das auch nach beinahe hundert Jahren für jeden traditionellen Musiker verbindlich ist. O’Neills Verdienst war es, die reichhaltige musikalische Tradition der Grünen Insel, welche dortselbst im Aussterben begriffen war u. in den USA umso reicher u. lebendiger erblühte, für die Nachwelt erhalten zu haben.
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