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    The Clancy Brothers  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„The hokey model was the four guys in Aran sweaters singing ‘Whip Jamboree’, singing sea shanties. That was the image of traditional music, which was fairly accurate at the time.“

Richard Thompson

Irisches Familienunternehmen, das fast ein Jahrzehnt vor den Dubliners vor allem einem amerikanischen Publikum eine relativ neue und für irische Verhältnisse unübliche Darstellung irischer Kultur präsentierte, die bald das Irlandbild vieler zu dominieren begann: vier erdige Burschen in Aran-Pullovern mit gemütlichen, alkoholgeröteten Gesichtern, die in kräftigen Harmonien und Mitsingrefrains irische Sauf- und Rebellenlieder zum Besten gaben, welche zumeist einer angloirischen Tradition entstammten, für die irische Tradition nicht ausschließlich repräsentativ waren, aber bald als emblematisch für irische Liedkultur angesehen wurden. Die Dubliners, die sich nach Vorbild der Clancy Bros. formierten, stellten nur eine etwas freakigere, dem Zeitgeist der 60er Jahre entsprechende Variante ihres Konzeptes dar. Dabei waren die Clancy Bros. wichtige Figuren in der Folk-Szene von Greenwich Village, nicht allein als Interpreten, sondern auch als Sammler und Produzenten. Paddy Clancy war Assistent bei den Labels Folkways und Elektra gewesen. Mit seiner eigenen Firma Tradition ünterstützte er die Karrieren von Josh White oder Odetta. Tom (1923-1990), Paddy (1923-1999) und Liam (geb.1936) stammen aus Carrick on Suir. Tom und Paddy emigrierten Mitte der 50er Jahre nach New York, um Schauspieler zu werden und avancierten indes zu wichtigen Integrationsfiguren der dortigen Folk-Revival-Szene, bekannt mit allen Größen des US-Folk, befreundet mit dem jungen Bob Dylan und anderen. Liam, der jüngste und musikalisch ambitioniertste der Gruppe, hatte bereits Feldforschungen in Irland, Schottland und England gemacht, folgte seinen Brüdern in die USA, um in den Appalachen Lieder zu sammeln (siehe Appalachian Mountain Music & Bluegrass). Als Trio begannen sie in den späten 50er Jahren aufzutreten, gemeinsam mit Tommy Makem aus Nordirland stellten sie in der US-Folk-Szene die „Botschafter des irischen Songs“ dar und errangen bald weit über diese hinaus, nicht zuletzt durch ihren triumphalen Auftritt in der Ed Sullivan Show, einige Popularität. Ihre erste Platte Irish Songs Of Rebellion war das erste Konzeptalbum mit irischen Widerstandsliedern. Sie erweiterten ihr Repertoire durch Sea-Shanties, schottische und englische Songs, ein Repertoire, wie es in der Form noch nicht gegeben hatte, die Popularität von Songs wie The Leaving O Liverpool und The Jug O Punch ging auf ihr Konto. Die irische Bevölkerung hatte anfänglich Schwierigkeiten, ihre Volksmusik in der Musik der Clancy Bros. wiederzufinden, erlag jedoch bald dem überbordenden Erfolg ihrer Landsleute. Nicht nur Sauf-, Rebellen- und deftige Schunkelballaden bestimmten ihr Repertoire. Vor allem die musikalisch seriösesten Mitglieder, Liam und Tommy Makem, sorgten für seltene traditionelle Lieder, der politisch progressive Charakter des Folk-Revivals ließ sie neben dem befreiungsnationalistischen Rabaukentum auch moderne Arbeiterlieder wie etwa Ewan MacColls Shoals of Herring interpretieren. 1969 verließ Tommy Makem das Quartett und wurde durch den nordenglischen Folksänger Lou Killen ersetzt, der den erdigen Viergesang auf der Concertina begleitete. Wenngleich die Clancy Bros. von der Entwicklung des Irish Folk bald überholt wurden, waren sie zweifellos selbstbewusste Pioniere, die eine ganze Generation irischer Teenager für die Interpretation traditioneller Songs ohne dastigma des Altmodischen begeisterte. Selbst nach dem Tod von Tom Clancy im Jahr 1990 traen die Clancy Bros. gelegentlich auf. Der musikalisch Aktivste der Gebrüder Clancy ist zweifelsohne Liam. Mit seinem Neffen Robbie O’Connell (voc, ) und seinem Sohn Donal (mandolin, bj, g) bildete er Ende der 90er Jahre das offizielle Trio Clancy, O’Connell und Clancy. Robbie O’Connell ist ein renommierter Singer/Songwriter aus Philadelphia, bekannt unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit Mick Moloney (Kilkelly), und hatte bereits zuvor bei etlichen Projekten, also Tourneen und Plattenaufnahmen, seine berühmten Onkeln unterstützt. Am 11. November 1998 verstarb Paddy Clancy in seinem Geburtsort Carrick-on-Suir an den Folgen seines Krebsleidens. In Donal Clancy findet vor allem die New Yorker Irish-Folk-Szene einen ihrer feinsten Rhythm & Reel-Gitarristen, der sein Talent der Eileen-Ivers-Band borgte, bevor er 2000 John Doyle bei der Superband Solas ersetzte.