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    Cherish the Ladies  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„Cherish the Ladies is one of the few groups working the world music circuit that have successfully created a contemporary sound whilst remaining true to traditional form.“

Johnny Cunningham

Cherish the Ladies sind eine US-irische Frauenband, die irische traditionelle Musik (mit regelmäßigen Ausflügen zu bretonischem und schottischen Liedern und Tunes) interpretiert und durchaus ihren Platz neben den großen Revivalbands der letzten Jahrzehnte im Olymp des Celtic Folk einnimmt. CTL, benannt nach einem bekannten Sessionjig, sind eigentlich das Produkt einer inoffiziellen Affirmative Action: Im Jahr 1983 kamen der Doyen der US-irischen Musik, Mick Moloney, im Gespräch mit den Direktoren des New Yorker Ethnic Folk Arts Center, Martin Koenig und Ethel Raim, zu der Erkenntnis, dass die ethnischen Musikszenen der USA männlich dominiert und frauenfeindlich seien. Moloney ließ Taten folgen und und versammelte talentierte junge Instrumentalistinnen der Irish Community zu Plattenaufnahmen für das Label Green Linnet, darunter „Stars“ wie die Chikagoer Geigerin Liz Carroll und aufstrebende Talente wie Eileen Ivers und die Flötenspielerin Joannie Madden, alle drei zu dieser Zeit bereits All Ireland Champions auf ihren Instrumenten. Die Platte wurde von der Library of Congress als eines der besten Folk-Alben des Jahres genannt. Unter inoffizieller Führung von Joanie Madden kristallisierte sich 1987 aus diesem losen Verband von Musikerinnen eine Band heraus, deren Professionalität und stilistische Eigenständigkeit von Album zu Album zunahmen. Die Originalbesetzung bestand aus J. Madden (fl, whistles, acc), Mary Coogan (g, bj ,mandolin), Maureen Doherty Macken (b-acc), Cathy Ryan (voc, g, bodhrán), Eileen Ivers (f, viola) und Siobhan Egan (f, bodhrán). Gemeinsam war diesen jungen Frauen, dass sie US-Irinnen der zweiten Generation waren und die prestiguöse New Yorker Maureen Glynn School of Irish Music durchlaufen hatten. Nur Siobhan Egan, die jüngere Schwester Seamus Egans, kam aus Philadelphia, war im Co. Mayo aufgewachsen und von Moloney den anderen Bandmitgliedern vorgestellt worden. Eileen Ivers verließ Ende der 80er Jahre CTL, um Amerikas innovativste Celtic-Fiddlerin zu werden und fand Ersatz in ihrer Schülerin Winfred Horan, die ursprünglich als Steptänzerin mit der Band tourte, aber daneben Geige lernte. In dieser Besetzung nahmen sie 1992 ihr erstes „professionelles“ Album The Back Door auf, das von der Kritik mit Lob überschüttet wurde. Ihre nächste CD, Out And About, die auch eigenkomponierte Walzer im fränzösischen Stil und bretonische Nummern enthielt, wurde von Allroundtalent Johnny Cunningham (Silly Wizard) produziert. Unmittelbar danach kam es zu einer Umbesetzung der Band: Cathy Ryan verließ wegen ihrer Solokarriere die Band, statt ihr kam Aoife Clancy, die Tochter Bobby Clancys (siehe Clancy Bros.), M. Doherty Macken wurde durch Mary Rafferty ersetzt und Winfred Horan ging zu Seamus Egans Band Solas. Statt ihr kam die Fiddlerin und Pianistin Donna Long aus Kalifornien, musikalische Partnerin des Geigers Brendan Mulvihill und Mutter des Geigers Jesse Smith (Danú). In der neuen Besetzung kam es 1996 zu New Day Dawning, einer sehr abwechslungsreichen CD, die und a. mit Aoife Clancys sensibler Interpretation von Robert BurnsGreen Grow the Rushes und Siobhan Egans Kompositionstalent aufwarten konnte. Auf At Home besinnen sich CTL auf ihre persönlichen musikalischen Wurzeln und luden neben Eileen Ivers und Seamus Egan auch Mitglieder ihrer Familien, der Coogans, der Raffertys und die Clancy Bros. ins Studio. Was die besondere Akzentuierung der lyrisch-melodiösen Qualitäten irischer Tunes anbelangt, stehen CTL durchaus in der Tradition der Bothy Band, wenngleich sie neben der obligatorischen „Powerhouse“-Begleitung auf Saiteninstrumenten auch auf moderatere Pianobegleitung zurückgreifen und vor eleganten Arrangements nicht zurückscheuen. Sie gestalten Sets aus Instrumentals abwechslungsreich, indem sie innerhalb dieser die unterschiedlichsten Klangbilder des Zusammenspiels einzelner Instrumente kombinieren. Zur Jahrtausendwende schließlich verließen Aoife Clancy und Siobhan Egan die Band. An ihrer statt stiegen Deirdre Connolly (voc, t-wh, fl, bodhrán) und Fiddlerin Liz Knowles aus Kentucky (bekannt durch ihre Mitwirkung bei der Band Galilei, der John-Whelan-Band und einem der Riverdance-Ensembles) ein.