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Mary Black's distinguished career has spanned over 25 years from her early days in Dublin folk clubs through ever-escalating success with seven platinum solo albums. Read [more]


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    The Bothy Band  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„The Bothy Band who hit for the underbelly of traditional music playing with a hard aggression not before seen. They were the ones that fired the public’s imagination and one could see the number of similar bands sprouting up all over the place.“

John O’Regan (The Living Tradition)

Als einen stilistischen Kompromiss zwischen den Chieftains und Planxty kann man die Bothy Band, jene wichtigste Irish-Folk-Band der 70er Jahre, bezeichnen, welche den konzeptuellen Rahmen für hunderte folgende Bands fixierte und dabei ein spielerisches Niveau an den Tag legte, das später nur selten überboten werden sollte. Bandgründer, Bouzouki- und Bodhrán-Maestro Donal Lunny hatte schon bei Planxty ein Konzept mitbegründet, das irische Musik mit dem Drive und dem Feeling moderner kontemporärer Musik beseelte. Bei der Bothy Band legte er in Anlehnung an den Komponisten Seán Ó Riada (1931-1971) mehr Augenmerk auf instrumentale Sets. Nie zuvor und selten danach waren irische Tunes mit solch einem Maximum an Drive, Sounddichte, dahinfließender Melodieschönheit, Arrangement und Rhythmik interpretiert worden. Sechs der besten Folkinstrumentalisten der Dubliner Szene, allesamt gebildet in R & B, Jazz und Rock, ließen diese Einflüsse dezent in ihre Nachempfindung traditioneller irischer Musik einfließen, ohne deren genuinen Charakter vordergründig an genannte Stilrichtungen zu verraten. Es bedurfte erst solch sensibler Erneuerer wie der Bothy Band, die das inhärente Potenzial dieser Musik herausarbeitete, ehe wirkliche Fusionformen (wie es Donal Lunny in den 80er Jahren mit seinen Moving Hearts vorführen sollte) glücken konnten. Die Bothy Band bestand zum Zeitpunkt ihrer ersten Plattenaufnahmen aus Donal Lunny (bouzouki, g, bodhrán), den Geschwistern Mícheál (g, voc) und Tríona O’Domhnaill (voc, clavinet, cembalo), dem „Jimi Hendrix der Uilleann Pipes“ Paddy Keenan (uilleann pipes, whistles), dem Flötengenie Matt Molloy und dem Geiger Tommy Peoples. Lunny und O’Domhnaill sorgten für eine dynamische und von balkanischer Rhythmik inspirierte „Rhythm-Section“. Lunnys Bouzoukibegleitung zeichnete sich durch eine aggressiv funkige Note aus, wechselte oft innerhalb einer Nummer zwischen Melodie- und Rhythmuslinie. O’Domhnaill hatte mit seiner Schwester Tríona in der einflussreichen Band Skara Brae gespielt, bei der sie mitunter versucht hatten, den Soft-Jazz-Sound der englischen Band Pentangle auf gälische Lieder anzuwenden. Auch bei der Bothy Band interpretierten beiden die Songs mit stimmungsvoller Softness und Melancholie, wobei Tríona Ní Dhomhnaill - beeinflusst von O’Riada - durch Cembalo- und Clavinetbegleitung dem Sound der Band einen „exotischen“ Touch verlieh. Der furiose Dudelsackspieler Paddy Keenan setzte erstmals im Irish-Folk die Low-Whistle (siehe Tin-Whistle & Low-Whistle) ein, war zumindest wesentlich an der Propagierung dieses Instruments beteiligt, und Matt Molloy dürfte den „Slow Reel“ eingeführt haben, die Verlangsamung schneller Tanztunes, um ihre oft überhörte Melodieschönheit und Ausdrucksstärke zu unterstreichen. Als Planxty und die Bothy Band Anfang der 70er Jahre die Folkbühne betraten, wurde die Instrumentaltradition lediglich von den Chieftains bestritten. Ansonsten dominierten Lieder- und Balladenbands (Dubliners, Johnstons etc.), welche Instrumentals gelegentlich zur Abwechslung ins Repertoire mischten. Die Tradition der Reels, Jigs und Hornpipes war nur noch in den Céilí-Bands und an den Sessiontischen aufgehoben. Eine solche Sessionpartie beschloss 1973 beim großen Festival Interceltiqe in Lorient, Bretagne, als Band teilzunehmen und nannte sich geschichtsbewusst 1691 (nach dem Jahr, in dem der katholische Stuart-König James II. in der Schlacht von Boyne von den Truppen Wilhelms von Oranien besiegt wurde). Dieser gehörte neben Genannten noch Akkordeonist Tony MacMahon und Paddy Glackin (als Vorgänger Tommy Peoples’) an. Aufnahmen dieses Basisensembles wurden kürzlich als CD aufgelegt. MacMahon verließ das Projekt wieder, welches bis 1979 drei Studioalben und ein Livealbum herausbrachte. Nach der ersten Platte stieg auch Tommy Peoples aus und wurde durch Kevin Burke ersetzt, der durch sein individuelles lyrisches Geigenspiel auffiel und von vielen noch heute für den besten seiner Zunft gehalten wird. Aus ihrer zweiten Platte Old Hag You’ve Killed Me stach besonders ihre schnelle und imaginative A-Capella-Bearbeitung des schottisch-gälischen Liedes Fionnghuala heraus. Während die Bothy Band unter schlimmsten finanziellen Entbehrungen auf den Autobahnen Europas von Konzert zu Konzert tingelte, begannen in den USA ihre Platten Kultstatus zu erreichen. Doch da war es schon zu spät. Die „Bothies“ gaben 1979 ihre Abschiedstournee, der Pariser Konzertmitschnitt ergab ein atemberaubendes Album, bei dem diese erstklassige Formation ein letztes Mal ihr Äußerstes gab. Zwei Konzertmitschnitte wurden Mitte der 90er Jahre als CD aufgelegt. Matt Molloy wurde nach der Bandauflösung Flötist der Chieftains, Donal Lunny drehte mit seiner Folk/Funk/Jazz-Band Moving Hearts das Rad der Entwicklung des irischen Folks weiter, Mícheál O’Domhnall und Kevin Burke emigrierten nach Portland, Oregon, und nahmen dort zwei bedeutende Alben auf. Tríona Ní Dhomnaill verschlug es hingegen an die Ostküste der USA, nach South Carolina, wo sie die Band Touchstone gründete. Nur wenige Musiker der irischen Folk-Szene, die diese innovative Formation nicht für ihre Götter, für ihre wichtigste Inspiration halten, Gruppen wie Altan, Dervish, Danù, Lúnasa, Nomos etc. schöpfen ihre Dynamik, Virtuosität und Frische aus dem Bothy-Band-Konzept.