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    Battlefield Band  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„... probably Scotland’s most important folk band.“

Michael Moll (FolkWorld)

Neben den Tannahill Weavers und Ossian ist die Battlefield Band die wohl bedeutendste Formation des schottischen Celtic-Folk-Revivals der 70er Jahre und präsentiert sich auch heute noch nach vielen Umbesetzungen in ungebrochener Vitalität. Wie bei den genannten Gruppen ist auch für sie die innovative Integration der Highland Pipesin einen modernen und dynamischen Gruppensound charakteristisch. Der martialische Name des Ensembles will nicht als Hinweis auf Militarismus oder militanten Nationalismus verstanden werden, sondern bezieht sich auf Battlefield, einen Stadtteil Glasgows, den Herkunftsort der Gründungsmitglieder. Die Ursprünge der Band reichen ins Jahr 1969 zurück, als sie an der Strathclyde University Glasgow von Allroundtalent Brian McNeill und Alan Reid, der bis heute als einziges Gründungsmitglied die Zügeln fest in der Hand hält, gegründet wurde. Ab 1974 fassten ihre Musiker den Entschluss, als reguläre und professionelle Band aufzutreten, und spielten beim französischen Label Arfolk ihr erstes (längst vergriffenes) Album ein. Der Durchbruch gelang 1976 unter Ägide von Robin Morton, der soeben von den Boys Of The Lough ausgestiegenen war und sein eigenes Label Temple gegründet hatte, mit dem Album Battlefield Band. Besetzt war die Gruppe zu diesem Zeitpunkt mit Brian MacNeill, der die Fiddlemittlerweile durch Viola, Cittern, Mandoline und Concertina ergänzt hatte, Alan Reid (pedal-organ, g, voc), Jamie McMenemy (cittern, mandolin, g) und John Gahagen (t-wh, concertina). Nach einem weiteren Album folgte 1978 die spektakuläre Platte At the Front, auf der J.Gahagen durch den irischen Musiker Pat Kilbride (g, voc, bodhrán) abgelöst war. Hierbei machte die Battlefield Band bereits durch ihre einfallsreichen Arrangements auf sich aufmerksam, die besonders durch Alan Reids Einsatz von Pedalorgel und Elektro-Piano gekennzeichnet waren. Reid sollte alsbald den Synthesizer für sich entdecken und damit einiges von der Originalität der Gruppe mit etwas flachen Synthie-Sounds zunichte machen. Kilbride und McMenemy stiegen aus, um ihre eigenen Karrieren zu verfolgen. Letzterer ging in die Bretagne, wo er die bedeutende Revival-Band Kornog mitbegründete. Mit dem Masterpiper Duncan MacGillivray kam der Hochlanddudelsack, aber auch eine sehr bluesige Mundharmonika in die Gruppe. Stand Easy (1979) hieß das Resultat dieser Fusion, der durch Kurzzeitmitglied Jenny Clark eine weibliche Stimme verliehen wurde. Diese widmete sich schließlich ihrer eigenen Band Kentigern und Ged Foley (der spätere Gründer der House Band) steuerte der Band neben Mandoline und Gitarre den Klang der Northhumbrian Pipes bei und infolgedessen eine Reihe von Liedern und Melodien aus dem schottisch-englischen Grenzland. In der Formation MacNeill/Reid/MacGillivray/Foley, welche die beachtlichen Alben Home Is Where The Van Is (1980) und There’s A Buzz (1982) einspielte, fand die Battlefield Band ihren vorläufigen künstlerischen und konzeptuellen Höhepunkt. Live-Aufnahmen aus dieser Periode wurden vom deutschen Label Munich Records 1998 als CD veröffentlicht (Live Celtic Folk Music). Mac Gillivray und Foley verabschiedeten sich, hinzu kamen Alistair Russell aus Newcastle (g, cittern) und Dougie Pincock an Highland Pipes, Scottish Small Pipes, Low-Whistle (siehe Tin-Whistle und Low-Whistle) und Saxophon. Das Repertoire der Battlefield Band modernisierte (und kommerzialisierte) sich in den 80er Jahren zunehmend. Brian MacNeill profilierte sich als Singer/Songwriter und komponierte eine Reihe politisch engagierter und sozialkritischer Songs, die vom Dudelsack getragene Dynamik der Tunes wurde mit Rock- und Jazzelementen verstärkt (und durch einen einfallslosen Synthesizer nur zu oft trivialisiert), zwischendurch aber immer wieder hervorragende und atemberaubende Interpretationen und Arrangements, wie etwa auf der sehr stimmigen Platte Celtic Hotel (1987), die neben Songs wie MacNeills Seacoalers oder Stings We Work the Black Seam mit einem Set aus galizischen und bretonischen Tunes sowie einigen Kompositionen aus den Federn Pincocks und MacNeills aufwartete. Auch die beiden letztgenannten Herren verließen die Gruppe und wurden durch den Piper und Querflötenspieler Iain MacDonald (Ossian) und den erst 17-jährigen Geiger John McCusker (f, cittern, t-wh, mandolin, keyb) ersetzt. Diese Formation prägte den sehr breit gefächerten Battlefield-Stil der 90er Jahre. Auf ihrem Live-Album Across The Borders gastierten Kate Rusby, Alison Kinnaird, Uilleann-Piper Eric Rigler (Braveheart) und die irische Flötenlegende Seamus Tansey. In einer weiteren Umbesetzung wurden MacDonald und Russell von den Ex-Ceolbeg-Musikern Mike Katz (highland pipes, whistles, scottish small pipes, b, g) und Davy Steele (1948-2001) abgelöst, der durch seinen soulgeladenen Singstil den Battlefield-Band-Sound mit völlig neuen Nuancen bereicherte. Wegen eines Gehirntumors zog sich Steele von seiner Funktion als Leadsänger zurück und überließ seinen Platz der talentierten Karine Polwart (Malinky), womit seit 20 Jahren das erste Mal wieder eine Frau der Band angehört. Sah es Anfang der 90er Jahre noch so aus, als würden die Batties in ihrem Stil stagnieren, brachte ihr die Auffrischung mit jungem Blut einen nicht zu unterschätzenden Innovationsschub. Im Jahr 2001 beschloss schließlich auch John McCusker sich zur Gänze seinen eigenen Projekten zu widmen und überließ seinen Platz dem jungen Alasdair White (f, highland pipes, scottisch small pipes, t-wh, banjo, cittern, bodhrán).