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    Ian Campbell Folk Group  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„Throughout the sixties and the seventies the folk scene bloomed and in our travels from venue to venue it was easy to identify the numberless groups that were modelled on us, eagerly awaiting our annual album as a source of material. We were conscious that insofar as we had influenced and shaped the folk revival we had affected the development of popular music in our time.“

Ian Campbell

Einflussreiche Folkband der 60er Jahre um die Geschwister Ian und Lorna Campbell aus Aberdeen, welche dem Vorbild amerikanischer Bands wie den Weavers folgte, mit dem Unterschied, dass sie fast auschließlich britische Songs interpretierte, und solche aus der Feder von Ian Campbell. Gegründet wurde die ICFB 1956 als Clarion Skiffle Group in Birmingham, wohin die Campbells mit ihren Eltern gezogen waren. Ihren definitiven Namen gaben sie sich 1958, und 1960 bestand das erste beständige Line-up aus Ian (voc, g) und Lorna Campbell (voc), Dave Phillips (g), John Dunkerley (bj, g, melodica) und dem jungen Dave Swarbrick (f, mandolin). Die ICFG, welche ihren eigenen Folk-Club namens „The Jug of Punch“ führte, nahm ihr erstes Album Ceilidh At The Crown 1962 auf, es handelte sich dabei übrigens um das erste Live-Album aus einem Folk Club überhaupt. 1963 wurden sie von Transatlantic Records unter Vertrag genommen und Brian Clark (g, autoharp, voc) ersetzte D. Phillips und wurde schließlich Lorna Campbells Mann. Es folgten berühmte Alben wie This Is The Ian Campbell Folk Group oder Across the Hills (die beide 1996 auf einer CD wiederaufgelegt wurden). Ihr Konzept orientierte sich an dem Ewan MacColls: traditionelle schottische und englische (weniger irische) Songs, Industrial Ballads, auch afrikanische Folksongs, zeitgenössische politische Widerstands- und Liebeslieder; jedoch erstmals in einen Bandsound integriert, der allmählich die bloße Begleitfunktion der Instrumente überwand und zaghaft instrumentale Arrangements ausprobierte: neben reinen Instrumentals zumeist irische, von Swarbricks elegantem Fiddlespiel getragene Tunes. Trotz ihres subkulturellen und kritischen Anspruchs übersetzten sie Folkmusik in ein marktgerechteres Konzept mit glatten Harmonien und eingänglichen Refrains, ein Strang innerhalb der englischen Folk-Szene, der später von den „schicken“ Johnstons weitergeführt werden sollte. Sie machten mit britischer Folkmusik in etwa, was die Byrds mit Bob-Dylan-Songs machten (abzüglich der Rock-Effekte). Die ICFG war übrigens die erste nicht-amerikanische Band, die einen Dylan-Song coverte, und zwar The Times They Are A-Changin’ im Jahr 1965. Regelmäßige Auftritte in Radio, Fernsehen, in der Royal Albert Hall und der Londoner Royal Festival Hall sowie 1964 beim Newport Folk Festival. 1966 stieg Swarbrick aus, schlug als Ersatz aber den jungen Bassisten und Mandolinisten Dave Pegg vor, mit dem er 1969 bei Fairport Convention landen sollte. Die politische Ausrichtung der Band ermöglichte ihr auch viele Tourneen in den Ostblock. Einen letzten Höhepunkt stellte das Album Adam’s Rib (1974) dar, einer Suite aus zwölf Songs, die die Höhen und Tiefen aus dem Leben einer Frau nachempfinden und von Ian für seine Schwester Lorna geschrieben wurden. Im Jahr 2000 stürzte sich Lorna Campbell noch mal über die Platte, schrieb einige Texte um und nahm sie erneut auf. 1977 starb John Dunkerley an den Folgen der Hodgkinsonschen Krankheit. Die Band, welche viele Umbesetzungen miterlebt hatte, löste sich 1978 nach der Scheidung von Brian und Lorna auf. Auch Ian Campbells Söhne schlugen musikalische Karrieren ein und gründeten die Pop/Reggae-Band UB40. Im UB40-Sound mit der kompletten Band plus ihrem Vater nahmen sie And Another Thing, ein sehr familiäres Album, auschließlich mit Songs ihres Daddys auf.