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„As the progressive rock of the early seventies reduced itself to simple heavy metal, Thin Lizzy became world ambassador of that style. Few groups had a poet to lead them. Fewer still could offer such a heartened inspiration.“
Mark J. Prendergast (Isle of Noises)
Die 1970 gergründete Dubliner Rockband Thin Lizzy zählt nicht nur neben Led Zeppelin u. Deep Purple zu den anspruchsvollsten Begründern des Hard Rock, sondern brachte dank ihres talentierten u. charismatischen Leaders Phil Lynnott eine subtil lyrische u. genuin irische Qualität in ihre Musik, die sich auch aus Einflüssen der progressiven Folk-Szene, aber auch traditioneller irischer Musik speiste. Untermalt wurde diese Tendenz durch Eric Bells imaginative E-Gitarren-Licks, die selbst bei Hard u. Heavy Rock nie ihre psychedelische Qualität einbüßten. Phil Lynnott war als Sohn eines Brasilianers u. einer Irin am 20. August 1949 in den englischen West Midlands geboren worden u. wuchs in der Dubliner Suburbia auf. Der junge irische Afroamerikaner hatte seit seinen frühen Teens als Bassgitarrist bei Bands wie den Black Eagles, den Chessmen, Kamasutra, Sugar Shack u. der Psychedelic-Rock-Band Skid Row, der auch Meistergitarrist Gary Moore angehörte, gespielt. Er war stark vom Blues-Revival eines Graham Bond u. eines Alexis Korner beeinflusst - natürlich von Jimi Hendrix - wie auch durch die damalige Entwicklung des Folk in Dublin. Offen für jede gute Musik fand man ihn auch als aufmerksamen Gitarristen bei traditionellen Sessions. Er unterhielt intensive Kontakte zu progressiven Folk-Formationen wie Dr.Strangely Strange u. Sweeney’s Men. Mit deren Mitglied Terry Woods gründete er 1969 The Orphanage, eine lose Band u. Anlaufstelle für Musiker aller Richtungen. Mit Thin Lizzy konnte Lynnott schließlich seine eigenen Ambitionen als Singer/Songwriter verwirklichen. Auf der ersten Platte der Band, worauf neben ihm u. Bell auch Drummer Brian Downey zu hören war, interpretierte Lynnott seine eigene Lyrik, die das Leben in Dublin reflektierte u. mit Anklängen an keltische Poesie u. Themen nicht sparte. Ihren kommerziellen Durchbruch schafften Thin Lizzy 1973 mit der Single Whiskey In the Jar, einer Rock-Version einer südirischen Räuberballade, die von den Clancy Bros., später von den Dubliners popularisiert worden war. Für viele enthielt Whiskey In the Jar das vollendetste E-Gitarrenspiel seiner Zeit. Ab 1974 wurde Gary Moore immer wiederkehrender Begleiter der Band. Thin Lizzy hielten in den 70ern ihre Stellung an der Spitze der Rock-Avantgarde u. changierten gekonnt zwischen Acoustic Rock, Hard-, Heavy-, Funk- u. Folk-Rock. Auf ihrem 1979er Album The Black Rose (Roisin Dubh) flochten sie ins Set The Mason`s Apron filigrane E-Gitarrenbearbeitungen von traditionellen Themen u. Reels. 1984 löste Lynnott die Band auf. Mit Terry Woods nahm er 1980 die Single Tennessee Stud auf. Stets darauf bedacht, irischen Musikern - gleich welcher Coleurs - unter die Arme zu greifen, unterstütze er auch Clann Éadair, eine Gruppe traditionell musizierender Fischer aus Howth. Ihre erste Zusammenarbeit war 1984 die Single A Tribute To Sandy Denny gewesen, auf der Lynnott der unter tragischen Umständen verunglückten englischen Sängerin auf sehr intime Weise Tribut zollte. Mit Clann Éadair hätte Lynnott am Soundtrack zu einem Film über den irischen Unabhängigkeitskrieg arbeiten sollen, doch am 3. Januar 1986 verstarb er an den Folgen einer Lungenentzündung. |
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