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    Tannahill Weavers  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„Bands like the Tannahill Weavers lived a rough and ready lifestyle that appealed to young people.“

DaveManderson (Dirty Linen Magazine)

„They produce some of the most exciting instrumental music around, full blooded yet with subtlety that rewards the attentive listener.“

Danny Saunders (The Living Tradition)

Schottische Revivalband, die seit den 70er Jahren das musikalische Konzept der irischen Bothy Band vielleicht am überzeugendsten u. mit dem meisten Drive in die schottische Szene übertrug. Neben den Whistlebinkies u. Alba waren sie die erste Formation, die den Klang der schottischen Highland Pipes in einen Bandsound integrierte, wobei sie sich der nach damaligen Maßstäben innovativsten Piper bedienten. Charakteristisch für die Tannahill Weavers war des Weiteren eine besonders starke String-Section aus Gitarre, Bouzouki u. Mandola, welche die martialischen Reels u. Jigs mit bis dahin ungehörtem Drive vor sich herjagten. Dabei war ihr Rhythm & Reel, der ohne Rockinstrumente ein Rockpublikum zu begeistern wusste, alles andere als primitiv: Sie verstanden es, ihre Tunes u. Songs in komplexe vielstimmige Arrangements einzubinden. Die Lieder, teils traditionell, teils aus der Feder von Robert Burns (1759-1796) oder des Weberpoeten Robert Tannahill oder aber selbst geschrieben, erhielten durch Roy Gullanes kraftvolle Stimme einen zeitgenössischen Anstrich oder wurden von der Band im Harmoniegesang vorgetragen. Die Ursprünge der „Tannies“ reichen ins Jahr 1968 zurück, als sie von John Cassidy, Stuart McKay u. David Shaw in der Stadt Paisley gegründet wurden. Sie benannten sich nach der berühmten Weber-Community des frühen 19. Jahrhunderts. 1969 trat diesem Line-up auch Roy Gullane (g, mandolin, t-bj, voc) aus Glasgow bei, der bis heute Frontman ist. Als weiteres stabiles Mitglied der Band, welche viele Umbesetzungen erlebte, stieg 1974 ihr ehemaliger Roadie Phil Smillie (fl, bodhrán, t-wh, bones, spoons, voc) ein. Mit Hudson Swan (f, g, bouzouki, glockenspiel, organ, bass pedals, voc), Mike Ward (f, g, voc) u. Dougie MacLean (f, g, voc) nahmen sie 1976 für das englische Label Plant Life ihr erstes Album Are Ye Sleeping Maggie? auf. Besonders MacLeans einfühlsame Interpretation von Robert Tannahills Gloomy Winter’s Noo Awa’ oder My Love’s in Germany stachen daraus hervor. Dougie MacLean ging u. der junge talentierte Dudelsack-Spieler Alan MacLeod (highland pipes, fl, whistles, spoons, bones, bodhrán, voc) aus Balfon, der schon mit 13 Jahren eine Solo-Dudelsack-Platte eingespielt hatte, vervollkommnete das dynamische Tannahill-Weavers-Konzept, wie es bis heute souverän viele Moden überstanden hat (Vor ihm war Gordon Duncan für kurze Zeit der erste Tannahill-Piper gewesen). Auf Old Woman’s Dance entlockt MacLeod bei einem atemberaubenden Set iro-schottischer Reels seinem Instrument durchaus jazzige Noten. Die Band tourte als Vorgruppe von Steeleye Span u. den Dire Straits durch Europa. Auf ihrem vierten Album Passage (1984)versuchten sie sich in einem Rock-Line-up, dem sich der kanadische Sänger Bill Bourne u der schottische Bouzoukispieler u. Sänger Ross Kennedy anschlossen (er sollte sich als Gullane ebenbürtiger kraftvoller Interpret schott. Balladen erweisen); doch die Verwendung von (Hard-)Rock-Effekten nahm der Band viel an der Subtilität ihrer Arrangements u. bedeutete eine unnötige Verdoppelung eines ohnehin dynamischen Konzepts, dessen überbordende Wildheit sich aus der gelungenen Verschmelzung moderner u. traditioneller Elemente ergab. In der folgenden Periode jedoch sollten die „Tannies“ ihr höchstes Niveau erreichen. MacLeod ging u. wurde durch den Piper Iain MacInnes ersetzt, der neben dem Hochlanddudelsack (u. diversen Flöten) auch die Scottish Small Pipes mitbrachte. 1989 stieß auch der bekannte Revival-Geiger John Martin (Ex-Ossian, Easy Club) hinzu u. es folgten die Alben Land Of Light, Dancing Feet u. Cullen Bay, Juwelen des schottischen Folk-Revivals. Danach heuerten die Tannies den jungen Piper Kenny Forsythe an, nach ihm hatte Gordon Duncan nochmal ein kurzes Intermezzo u. schließlich hielt sich Duncan J. Nicholson als der Tannahill-Piper der 90er Jahre. Die Spannung, mit der ihre Sets geladen waren, ließ jedoch nach, die 90er Jahre sahen die Gruppe gesetzter u. ruhiger, als hätte sie ihre Energien zuvor zu großzügig verspielt. Nichtsdestoweniger liefern sie noch immer großartige Musik u. können mit den „jungen Wilden“ der zeitgenössischen schottischen Szene problemlos mithalten. Ihr Album Capernaum aus dem Jahr 1995 errang den begehrten NAIRD-Award als Celtic and British Isles CD of the year.