|
|
„That penetrating, emotion-laden voice has a mature edge to it now, as always, the songs are those of a man who seems to have known disappointment and anger as well as hope and joy. They spanned the centuries of Scottish history and the decades of his career: songs of love found and lost, of long.ago battles and modern politics, and a few just for fun.“
Tom Nelligan (Dirty Linen Magazine)
Schottischer Sänger, dessen Stimme zwischen kraftvollem Pathos u. lyrischer Sentimentalität changiert. Ein Juwel des Folk-Revivals, seine Contemporary-Songs klingen so, als hätten sie ebenso vor 200 Jahren komponiert werden können. A. M. Stewart wurde 1952 in Blairgowie, Perthshire, geboren. Der Vater ein renommierter Sänger, die Mutter Verfasserin von Songs u. Poesie. In seinem frühen musikalische Umfeld hatte es - wie er später einmal feststellte - wenig Bedeutung, ob ein Lied schottisch oder irisch war, Hauptsache, es war gut. Durch irische Arbeitsmigration wurde Perthshire ein Austauschplatz von Liedern u. Traditionen. Dieser Umstand prägt bis heute Stewarts traditionelles Repertoire, das zu gleichen Teilen aus irischen u. schottischen Songs besteht. Überhaupt ist er ein Musiker, der sich in Dublin ebenso zurechtfindet wie in Edinburgh, einer, der stets um die Überschreitung der Grenzen zweier disparater Szenen bemüht war. Unzufrieden mit der konservativ-kitschigen Ceilidh-Szene, stieß er als Teenager auf die Dubliners u. die Corries, die ihm bereits einen akzeptablen Weg der Neuinterpretation traditioneller Musik wiesen. Der „That’s it“-Effekt sollte sich bei ihm - wie bei so vielen anderen Musikern - erst beim Hören der irischen Kultband Planxty einstellen. Voller Enthusiasmus gründete er mit seinem langjährigen Freund u. High-School-Kollegen Dougie MacLean die Band Puddock’s Well, der auch Bassist Martin Hadden angehörte. 1974 trat er Silly Wizard bei, die sich damals aus Gordon Jones, Freeland Barbour u. dem Fiddler Johnny Cunningham zusammensetzten (M. Hadden u. Johnnys jüngerer Bruder Phil sollten 1977 hinzustoßen). Mit seinem Tenor-Banjo trug A. Stewart zu den brillantesten u. wildesten Instrumentalsets bei, die die schottische Musik bis dahin gehört hatte, u. mit seiner unverwechselbaren Stimme prägte er bis zu ihrer Farewell-Tour 1988 den Sound dieser legendären Formation. Mit Songs wie The Queen of Argylle, The Valley of Strathmore oder The Blackbird stellte er seine texterischen Qualitäten unter Beweis. Stewarts Solodebüt By The Hush wurde von Melody Maker zum Folk-Album des Jahres 1983 gekürt. Auf der Hebrideninsel Skye lernte er den irischen Gitarre-, Bouzouki- u. Bodhránspieler Manus Lunny (jüngerer Bruder von Donal Lunny!) kennen, der gerade bei den Wild Geese spielte u. Anstalten machte, auch in der schottischen Szene Fuß zu fassen. Mit ihm als Begleitmusiker sollte die fruchtbarste Phase seiner Solokarriere starten. 1986 nahm er mit Manus und Phil Cunningham das Album Fire In The Glen auf, eine Art Konzeptalbum, das um die Highland Clearances im 19.Jh. kreiste u. größtenteils neue Songs aufwies. Mit Lunny folgten die viel gerühmten Alben Dublin Lady u. At It Again. Andy Stewarts stolzer Pathos u. emotionsgeladene Melodiösität, überhaupt die ästhetische Auswahl seiner Songs, machen ihn zum denkbar idealen Interpreten von Robert Burns (1759-1796). So spielte er 1991 The Songs Of Robert Burns ein, geschmackvoll u. modern instrumentiert von Musikern der schottischen Neo-Revival-Band Capercaillie, der Manus Lunny mittlerweile voll angehörte, was A. Stewart dazu veranlasste, sich nach einem neuen Co-Musiker umzusehen, den er im Iren Gerry O’Beirne fand. Mit O`Beirne, dessen musikalisches Markenzeichen die 12-saitige Gitarre u. die Ukulele sind, spielte er die Alben Man In The Moon (1994) u. Donegal Rain (1997) ein (bei denen viele andere Musiker, u. a. alte u. neue Kollegen wie Ph.Cunningham u. John McCusker mitwirkten). Andy M.Stewart, dessen komödiantischen Ambitionen seit Silly-Wizard-Tagen seine Live-Auftritte abrunden, ist einer der wenigen Sänger des Folk-Revivals, die einen unverwechselbaren Singstil entwickelten, in dem kaum die Spuren von Rock, Soul u. Blues auszunehmen sind. Sein Soul ist von zeitloser Qualität, auch bei neuen Liedern u. „moderner“ Instrumentierung. |
|