Sie nutzt das aktuelle keltische Revival wie kaum eine andere: Susan McKeown hebt auf ihrer neuen CD 'Sweet Liberty' Schätze des irischen und englischen Liedguts und haucht ihnen frisches, globalisiertes Leben ein. So singt und trommelt bei 'Oro Mhile Grá! (Tausend Meilen, Liebchen)' das Ensemble Tartit mit, eine Gruppe von Tuareg-Musikern aus dem Norden Malis. Dieser Versuch einer Verschmelzung zweier Sprach- und Musikkulturen gelingt so lässig und selbstverständlich, als hätte es wirklich keltische Tanzabende in der Wüste gegeben. Auch die sehnsüchtigen Bläser der 'Mariachi Real de Mexico' beweisen, dass das englische 'Eggs In Her Basket' auch in einem südamerikanisches Nest musikalisch ausgebrütet werden kann - einziger soundtechnischer Minuspunkt hier: Im Chorus zerrt es hin und wieder etwas in den glasklaren Höhen der Sängerin.
Richtig irisch geht es in den übrigen Songs zu, besonders im Opener, bei dem das Instrumentalquartett 'Flook' den Ton angibt. Auch hier erweist sich das geschmackvolle Händchen Susan McKeowns in der Auswahl ihrer Gäste.
'Sweet Liberty' ist Album voller Überraschungen, die aufgehen wie die Äste einer Rose von Jericho im Wasser.
Elise Schirrmacher |