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„You could be just rolling along playing the tune and they can pick a melody underneath it and play it at half speed. That kind of stuff, it’s good. It really sets an incredibly different atmosphere.“
Liz Carroll
„Beispiele für die Veränderungsfähigkeit in jüngster Zeit sind Gruppen wie Bothy Band u. Planxty. Auch sie haben deutlich gemacht, dass es keinen Punkt geben kann, wo man sagen kann, bis hierher u. nicht weiter. Diese Einstellung, auch wenn sie von manchen Puristen nicht geteilt wird, ist der Grund für das Überleben irischer Musiktradition. Und ich hoffe, dass auch Solas dazu beitragen kann, mit der Tradition in die Zukunft zu gehen.“
Seamus Egan
Es mag vielleicht nur die subjektive Meinung des Autors sein, die New Yorker Band Solas für die beste ihres Genres zu halten, unbestritten freilich ist, dass wenige „Celtic-Folk“-Gruppen die musikalischen Standards, welche in den 70er von Planxty u. der Bothy Band für modernen irischen Folk gesetzt wurden, so vertieft, verdichtet u. weiterentwickelt haben wie Solas. Ohne in ihren Arrangements bewusst zu jazzen oder zu rocken, gelingt ihnen mit unvergleichlicher Dynamik, Virtuosität u. Einfallsreichtum eine besonders souveräne u. urbane Darstellung irischer Musik, die mit den letzten Assoziationen von „Volksmusik“ u. pastoralem Flair aufräumt. Es ist so, als würden das denkbar beste Verständnis für die innere Struktur u. die emotionellen Nuancen traditioneller Musik mit allen Fortschritten u. Errungenschaften des instrumentalen Folk (Rhythm & Reel, Celtic Swing, Newgrass & Dawgs Music) kombiniert u. auf ein neues spielerisches Niveau gehoben werden. Als sich der Multiinstrumentalist Seamus Egan (mit Hauptinstrumenten Banjo u. Querflöte), der Gitarrist John Doyle, Meisterfiddlerin Eileen Ivers u. die Dubliner Sängerin Susan McKeown Anfang der 90er Jahre in New York zu dem Quartett Chanting House zusammenfanden, war die Zeit reif für eine neue Lesart des Irish Folk. Ihren Einstand hatten Solas im Frühjahr 1996 an der Georgetown Universität in Washington im Rahmen eines von Mick Moloney organisierten Konzertes: Seamus Egan, seine Freundin, die Fiddlerin Winifred Horan, welche zuvor Mitglied bei Cherish The Ladies u. der Sharon-Shannon-Band gewesen war, Johnny Doyle, Concertina- u. Akkordeon-Wizard John Williams aus Chikago u. die jazz- u. klassikerfahrene Sängerin Karan Casey aus Waterford, Irland, - allesamt als Solokünstler bereits äußerst idividuelle Grenzgänger zwischen den Stilen. Ihr Plattendebüt löste 1996 eine kleine Sensation in der großen Welt des Celtic Folk aus. Besonders begeisterte auch unvoreingenommene Interessenten aus völlig anderen Musikrichtungen, mit welcher Relaxtheit u. doch Präzision Solas die kompliziertesten Tunes meisterten u. ihre Sets in wilde melodische Sturzbäche verwandelten. Das Repertoire der Band schöpfte sich aus verschiedenen Quellen: traditionelle Tunes, eigene Kompositionen u. solche von Ed Reavy, Jerry Holland u. John McCusker. Karan Casey, die trotz hoher Stimmlage nicht in die Sparte lieblicher Folksängerinnen passt, sondern zu allerhand Nuancierungen u. Schattierungen fähig ist, wobei ihr sicher ihre Jazzausbildung in Waterford zugute kam, trägt elegant arrangierte gälische u. englischsprachige Traditionals vor, aber auch gesellschaftskritische Lieder von Woody Guthrie (Pastures of Plenty), Ewan MacColl (Ballad of Accounting) u. Peggy Seeger (Song Of Choice). Nach ihrem zweiten Album Sunny Spells And Scattered Showers, das niemand Geringerer als Johnny Cunningham (Silly Wizard) produzierte, stieg John Williams aus, um sich stärker seiner Familie u. seinen neu geborenen Zwillingen widmen zu können, u. wurde durch den irischen Akkordeonisten Mick McAuley ersetzt. Das folgende Album The Words That Remain enthielt auch großartige String-Duelle zwischen Seamus Egan u. dem Meister des amerikanischen Five-String-Banjos, Bèla Fleck. Ihre ersten drei Alben erhielten allesamt den begehrten NAIRD/AFIM-Award u. haben sich weltweit zu Bestsellern entwickelt. 1999 kehrte Karan Casey nach Irland zurück, wo sie vornehmlich mit dem Gitarristen Robbie Overson u. ihrem Lebensgefährten, dem Concertina-Virtuosen Niall Vallely (Nomos) auftritt. Ihren Part bei Solas übernahm Deirdre Scanlan. Auch Johnny Doyle, der übrigens auch ein exzellenter Singer/Songwriter vom Format eines Paul Brady ist, kehrte Solas den Rücken u. wurde durch Donal Clancy ersetzt. Clancy, ein Neffe der berühmten Clancy Bros., der sich zu einem der führenden Gitarristen der New Yorker Szene emporgespielt hatte, meisterte die nicht leichte Aufgabe, Doyles Platz einzunehmen, war doch dessen funkiges, synkopenreiches u. präzis schnelles Gitarrenspiel eines der vielleicht bedeutenden Igredienzen des unverwechselbaren Solas-Sounds. |
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