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England hat Kate Rusby, Irland orientiert sich in Sachen moderner weiblicher Gesang gerade neu. Neben Sängerin Muireann nic Amhlaoibh stellt sich Pauline Scanlon vor, die mit begeistertem vollblütigem Timbre wohl die etwas rhythmusbetonte und fetzigere Seite der irischen akustischen Musikwelt vertritt. Neben modernen Bearbeitungen irischer Traditionals stehen Neukompositionen von Liedermachern angelsächsischer Herkunft. Pauline arbeitet mit großem Abwechslungsreichtum in Dynamik, Intensität und Tempo. Manchmal klingt ihre Stimme wie ein Windhauch, dann wieder wie eine Popdiva, all dies mit einer sehr individuellen Klangcharakteristik und unbekümmerte Frische. Ihre hauptamtlicher Begleiter Donogh Hennessy (bekannt geworden mit All-Star-Band Lúnasa) gibt alles, um den Arrangements um Paulines Stimmer herum zusätzlichen emotionalen Stoff und Groove im besten Sinne des Wortes zu geben. Für den Bass wurde Altmeister Danny Thompson von Pentangle ausgesucht, der auch hier edel und klassisch klingt. In viele Arrangements ist apart ein 5-String-Banjo eingebaut, was für ein gewisses Appalachian- oder Newgrass-Flair sorgt. Ob Pauline tatsächlich das Charisma und musikalische Durchhaltevermögen ihrer etablierten jungen englischen Kolleginnen hat, muss sich noch zeigen. Aber das Zeug dazu hat sie allemal. Anspieltipps: „The Demon Lover“, „In Shame, Love, In Shame“.
Johannes Schiefner |
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