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Wenn man die Besetzung seiner ersten Solo-CD betrachtet, wird klar: Der Mann ist musikalisch begehrt, der Mann kann nicht irgendwer sein. Ist er auch nicht, er ist der Sohn des Ex-Wolfstone-Songwriters Ivan Drever, und etwas Besonderes muss in den Genen sein, dass sich heutzutage Szenestars wie Andy Cutting, Donald Shaw, Kate Rusby oder John McCusker fröhlich auf seiner CD zusammenfinden. Apropos McCusker, noch so’n schottischer Musiker, der bei Kollegen allerhöchste Achtung genießt. Der Fiddler mit dem „goldenen Regler“ hat produziert und das alleine verspricht Qualität.
Drever hat auf dieser CD gerade mal ein Instrumental koverfasst, der ganze Rest ist geklaut, meist von Mr. Trad. Aber auch dem für mich bislang unbekannten Songwriter Sandy Wright aus Edinburgh verhilft er mit zwei Stücken zu mehr und verdienter Aufmerksamkeit. Drever spielt lediglich akustische Gitarre und singt, Letzeres leicht nasal und nicht gerade spektakulär. Da frage ich mich schon, was denn an dieser CD so besonders ist. Langes Nachdenken: Ich ordne den Status einer CD „mit dem Bauch“ ein, nun muss der Kopf nachziehen. Es ist wohl die detailverliebte Art der Arrangements, mit der Kris Drever eine eigene, warme und harmonische Atmosphäre schafft, die nie in Richtung Schmalz gehen, sich aber meist auf direktem Wege ins Gehör schleichen und im Kopf bleiben, noch lange nachdem die CD zu Ende ist. Da werden Drums, Bass, Gitarre, Harmonium, Akkordeon, Fiddle und Whistle zu einer nuancierten Einheit, und die Gesangssätze gleichen Sonnenuntergängen. Grandios.
Mike Kamp |
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