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„Above all when you were in Micho’s company, regardless of it being a full pub or a concert, you felt as though you were in his kitchen with the turf crackling in the stove, and a feeling of ease and intimacy.“
Joe Crane
Micho Russell, kernig-liebenswürdiger Bauer, Tin-Whistle- u. Flötenspieler, Sänger u. Storyteller aus dem County Clare, der mehr als Inbegriff irischer Authentizität als seiner musikalischen Fähigkeiten wegen die Herzen tausender Festivalbesucher in Deutschland u. anderswo eroberte u. das verschlafene Nest Doolin an der sturmumpeitschten Westküste Clares zu einem wahren Mekka für Folkies, Touristen u. Musiker machte. Er wurde im März 1915 geboren, zu einer Zeit, als man in Clare noch Gälisch sprach. Mit seinen Brüdern Gus (t-wh) u. Packie (concertina) erlangte er bald lokale Berühmtheit u. führte ein selbstgenügsames, ruhiges Leben, bis Mitte der 60er Jahre die Folkwelle losbrach. Anders als seine Brüder erwies sich Micho als sehr reiselustig u. sonnte sich gerne in seinem unerwarteten Erfolg. Die erste Reise außerhalb Clares führte ihn mit Piper Willie Clancy (1918-1973) nach Newcastle, von wo er mit seinem naiven Charme die Folk-Clubs Englands im Sturm eroberte. 1974 sah er sich im Rahmen des ersten Irish Folk Festivals mit Finbar & Eddie Furey auf den Bühnen Deutschlands wieder. Es gelang ihm zunehmend seine „Unverfälschtheit“ zu perfektem Entertainment zu kultivieren. Sein Tin-Whistle-Spiel klang ebenso wie sein erdiger Staccato-Gesang archaisch u. abgehackt (was bei der Dominanz üppiger Verzierungen in der irischen Musik eine reizvolle Abwechslung darstellte). Zudem war er eine unerschöpfliche Quelle weniger bekannter Tunes u. Songs aus seiner Heimatregion. Am 19. Februar 1994 verunglückte Micho Russell bei einem Autounfall tödlich. |
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