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    Kevin Burke's Open House  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

Eine der erfrischendsten, relaxtesten u. stilistisch vielseitigsten Folkbands der 90er Jahre ist des irischen Revival-Fiddlers Kevin Burkes amerikanische Formation Open House, gegründet zu Beginn der 90er Jahre in dessen Heimatstadt Portland, Oregon, wo sich der berühmte Ex-Geiger der Bothy Band niedergelassen hatte. Wie der Name bereits andeutet, ursprünglich als inoffizielle Anlaufstelle vieler Musiker u. musikalischer Ideen gedacht, kristallisierte sich bald eine fixe Besetzung heraus: Gitarrist u. Mandolinist Paul „Groovemaster“ Kotapish brachte Appalachian- u. Rhythm & Blues-Elemente ins Quartett, Mark Graham gilt als einer der besten Mundharmonikaspieler seines Metiers (er war zuvor Mitglied der Old-Time-Band Chicken Chokers gewesen) u. ist auf der Klarinette Spezialist für jiddische u. südosteuropäische Musik. Größte Attraktion jedoch ist die Perkussionistin Sandy Silva, deren Instrumente ihre Füße sind. Ihre Foot Percussion reicht von Step- über Tap-Dancing, osteuropäischen, türkischen bis hin zu lateinamerikanischen Tänzen. Über allem waltet Kevin Burkes subtiles u. lyrisches Geigenspiel. Das Repertoire ist eklektizistisch, spannt sich von den obligatorischen irischen, schottischen u. bretonischen Tunes über französische Bourrées u. Old Time Music bis zu zu jiddischen u. serbischen Tänzen (siehe Die Balkan-Connection). Mark Graham stellt zudem seine Talente als sehr humoristischer Singer/Songwriter unter Beweis. Seine Nonsenslieder Monkey With a Typewriter u. Oedipus Rex heben sich auf originelle Weise von dem nicht selten stereotypen Songschnittmuster der restlichen Folkszene ab. Was Repertoire u. Arrangements anbelangt, ließe sich Open House noch am ehesten mit der nordenglischen House Band vergleichen, dessen Leader Ged Foley mit Kevin Burke in Andy Irvines irischer Band Patrick Street zusammentrifft.