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„... a squeeze-box player of mind-boggling skill and inventiveness that was taking the instrument to a new planet, so explosive was his playing.“
Colin Irwin (Folk Roots)
Von allen irischen Akkordeonisten, die das Folk-Revival seit den 70er Jahren hervorbrachte, ist Mairtin O’Connor der vielseitigste u. virtuoseste. Obgleich in traditioneller Musik sozialisiert, weist sein Talent weit über diese hinaus. Wie kein anderer grast er quer durch Zeit u. Raum historische u. regionale Stile ab, denen er mit seinem D/D#-Button-Accordion sein unverwechselbares Gepräge gibt, zugleich erweist er sich als unermüdlicher Komponist neuer, oft komplexer Tunes. Es waren zunächst die Großeltern, die den in Galway geborenen Mairtin fürs zweireihige Button-Accordion begeisterten. Große Akkordeonisten wie Joe Cooley (1923-1974), Joe Burke, Finbar Dwyer, Tony MacMahon, vor allem aber der kürzlich wiederentdeckte „Grenzgänger“ Joe Derrane aus Boston waren ihm zentrale Vorbilder, aber auch die spezifischen Verzierungen, wie sie der legendäre Piper Patsy Touhey (1865-1923) am irischen Dudelsack durchführte, hinterließen ihre Spuren in Mairtins Akkordeonstil, der sich durch äußerste Akkuratesse u. ironische Verspieltheit auszeichnet. O`Connor ist in der Szene eine musikalische Institution, kaum ein irischer Musiker von Rang u. Namen, der nicht die Ehre hatte, mit ihm auf der Bühne, im Plattenstudio oder an Sessiontischen gespielt zu haben. O`Connor gastierte 1980 auf der Platte Regrouped der Boys of the Lough, war Mitglied von Thom Moores Rock/Folk-Orchester Midnight Well, der Band Kinvara, Dolores Keanes Reel Union u. für einige Alben bei Dé Dannan, mit derem dynamischen u. akkuraten Zugang zu irischer Musik er am besten harmonierte u. für deren Adaptionen barocker Kompositionen (Händel, Bach, Corelli) sowie jiddischer Musik er der geeignetste Mann war. Seine Diskographie dokumentiert seine stilistische Weiterentwicklung. Das Plattendebüt The Connachtman`s Rambles (1979) zeigt ihn (mit Unterstützung durch Donal Lunny, Colm Murphy u. Gerry O`Beirne) noch als sehr virtuosen Interpreten traditioneller irischer Musik, sein Meisterwerk Perpetual Motion (1990) enthält kein einziges irisches Stück, dafür aber Fandangos, bulgarische Horos, französische Musette-Walzer, Cajun, Ragtime-Rock’n’Roll-Hybride, selbst komponierten Blues u. eine ungeheure Handwerksprobe: die Adaption von Modo Perpetuo des italienischen Geigenvirtuosen u. Komponisten Nicolo Paganini (1782-1840). Bisheriger Schaffenshöhepunkt jedoch ist die CD Chatterbox (1994), die ausschließlich Eigenkompositionen enthält u. auf der O’Connor die ganze Bandbreite seiner technischen u. stilistischen Vielfalt abspielt, unterstützt von gut einem Dutzend prominenter Kollegen, inkl. Matt Molloy u. Mícheál Ó Suílleabháin. Ersterer coverte vor kurzem O’Connors Komposition The Wind in the Wood, bei der sich auf eigentümliche Weise irischer Set-Dance, Barockmusik u. brasilianisches Bossa-Nova-Feeling vereinen. Ó Suílleabháin wählte ihn als Akkordeonisten für sein symphonisches Projekt River of Sound. Des Weiteren wirkte er bei der Originalbesetzung von Bill Whelans Riverdance-Orchester mit, als Fachmann für südosteuropäische Musik war er erste Wahl für Andy Irvines Plattenprojekt East Wind (siehe Die Balkan-Connection) u. bis zur Auflösung der Band im Jahr 1997 arbeitete er mit seinen alten Freunden Len Graham, Garry O’Briain u. Gerry O’Connor im Ensemble Skylark zusammen. Ähnlich seinem Freund u. Kollegen Donal Lunny hat es bei Mairtín O’Connor wenig Sinn, eine vollständige Aufzählung seiner Projekte u. Gastauftritte zu liefern. 1995 wurde dieser humorvolle Vollblutmusiker, dessen individualistisches Ausscheren aus einer traditionalistischen Szene solche Akkordeonstars wie Sharon Shannon erst ermöglichte, mit dem AIB (Allied Irish Banks) Traditional Music Award ausgezeichnet. |
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