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„They play fast but lose nothing. They’re tight.“
Mary Bergin
Irisches hochprofessionelles Revival-Ensemble aus Galway mit distinktem Stil, das sich nie so recht entscheiden konnte, ob es seinen Namen „Dé Dannan“ oder „Dé Danann“ schreiben sollte. Jedenfalls handelt es sich dabei um einen mythologischen Bezug auf die Tuath de Dannan, die mythische Bevölkerung Irlands vor der Invasion der Gälen, welche danach als Feenwesen eine unterirdische Gegenkultur gepflogen haben soll. Dé Dannan wurden 1973 von Geigenvirtuosen Frankie Gavin aus Kerry, der zudem Viola, Querflöte und Tin-Whistle spielt, Alec Finn aus Dublin, der als einer der wenigen die griechische Bouzouki spielt, dem Multiinstrumentalisten Charlie Piggott (tenor-bj, bouzouki, t-wh, b-acc) aus Cork und dem unangefochtenen Meister auf der Bodhrán, Johnny ‘Ringo’ McDonagh aus Galway gegründet. Dé Dannans Instrumentalstil zeichnet sich durch eine unübliche Kombination von äußerster Akkuratesse und Schnelligkeit aus, Gavins klassisch trainiertes Geigenspiel, Finns Bouzoukiriffs und McDonaghs synkopierte Bones- u- Bodhránbegleitung trieben sich zu wechselseitigen Höchstleistungen an - optimistische Spielfreude und Ironie, die besonders ab den 80er Jahren zum Tragen kam, als sie sich in den Olymp der irischen Revivalbands gespielt hatten, und begierig waren, Neues auszuprobieren. Dé Dannan waren Sprungbrett für Irlands berühmtesten Sänger und Sängerinnen. Den Anfang machte Dolores Keane auf dem Debütalbum der Gruppe aus dem Jahr 1976. Nach ihr hatte Andy Irvine ein kurzes Gastspiel, dann der große Johnny Moynihan, zu hören auf der zweiten LP Selected Jigs, Reels and Songs (mit einem der ersten längeren Bodhránsolos McDonaghs auf Vinyl!). Nicht nur für Vokalisten, sondern auch für Irlands bedeutendste jüngere Akkordeonisten wie Jackie Daly war das Projekt Dé Dannan Anlaufstelle. Daly war erstmals auf The Mist Covered Mountains zu hören, das die erdigen Traditional Singers Seán Ó Conaire und Tom Pháidín Tom als Sänger aufbot. Besonders in den USA wurden sie von der sich entwickelnden New-Acoustic-Music-Szene begeistert aufgenommen. Mit dem Konzeptalbum Star Spangled Molly zollte die Band auf sentimental-humorvolle Weise den irischen Connections zu Amerika Tribut. Die junge Maura O’Connell trat darauf mit alten Music-Hall-Hits wie Irish Molly und Maggie ihre steile Karriere an und das Instrumentalkonzept widmete sich den US-irischen Fiddlern der 20er und 30er Jahre, James Morrison (1893-1947) und Michael Coleman (1891-1945). Als nächste Sängerin war Mary Black an der Reihe, die bis 1986 Leadvokalistin blieb und Mairtin O`Connor teilte sich zunächst mit Jackie Daly den Posten des Akkordeonisten. Das Repertoire wurde immer vielfältiger, schreckte vor modernen und alten Mainstreamsongs nicht zurück (wie aus den Federn von Song-Contest-Gewinner Charlie McGettigan oder dem Oh-Susannah-Komponisten Stephen Foster aus dem 19. Jh.). 1986/87 tourten Dé Dannan gemeinsam mit dem Klezmerklarinettisten und Mandolinisten Andy Statman, was sie dazu inspirierte, vermehrt jiddische Tunes und Statman-Kompositionen wie den Flatbush Waltz ins Repertoire aufzunehmen. Auf Song For Ireland starteten sie mit ihrer „hibernisierten“ virtuosen Adaption von Händels Ouverture zur Arrival of the King of Sheba ihre Serie von „verjigten“ Barockkompositionen, denen noch Werke von Bach und Corelli folgen sollten. Sowohl für die jiddischen als auch die barocken Tunes war Akkordeontausendsassa M.O’Connor der geeignetste Mann. Für Ballroom kehrte Dolores Keane zurück. Die Keane, McDonagh und O’Connor wandten sich Soloprojekten zu, und auf A Jackett of Batteries (1990)waren sie bereits durch Sängerin Eleanor Shanley, Bodhránist Colm Murphy und Akkordeonist Aidan Coffey ersetzt. Das Album wies neben Gavins Reelkompositionen und der in diesen Tagen ebenso obligatorischen wie überflüssigen Mandela-Hymne ein schönes Jig-Arrangement des Lennon/McCartney-Klassikers Eleanor Rigby auf. Auf ihrem 1997er-Album Hibernian Rhapsody sollten sich Gavin & Co. dann des Queen-Hits Bohemian Rhapsody annehmen und bei ihrer bislang jüngsten Produktion Welcome To Hotel The Connemara diese Tendenz - irophone Coverversions von Pophits - bis zur Selbstparodie treiben. |
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