|
|
„..a deeper and darker shade of fiddling than most found in Clare with the subtlety of a Martin Hayes and what is commonly referred to in Clare as ‘a lonesome touch’. (..) Mary Custy’s music is a richly exotic and disarming concoction full of style, grace and swagger. Here is a unique talent in full flight.“
John O’Regan (Folk Roots)
Als eine der großen Melancholikerinnen kontemporärer irischer Musik versetzt die Fiddlerin Mary Custy traditionelle und neu komponierte Tunes unterschiedlichster Herkunft auch gerne mit Rock-, Reggae-, Jazz- und Funk-Elementen, ohne dabei in Kommerzialismus abzugleiten. Im Gegensatz zum optimistischeren Sound der Sharon Shannon, einer Freundin von Kindheit an und höchst populäre Exponentin eines Celtic Crossover, kostet Mary Custy die lyrischeren, tiefgründigeren Nuancen irischer Musik aus. Mary Custy wurde 1966 in Toonagh, Co.Clare, als Tochter des renommierten Fiddlelehrers Frank Custy geboren. Nach der Schule stoppte sie vier Jahre durch Europa, spielte auf der Straße und arbeitete dazwischen gelegentlich, z.B. als Zimmermädchen in South Kensington, London, ehe sie sich zuerst in Ennis, dann in Doolin, an der irischen Westküste niederließ und zu einer Leitfigur der dortigen weltweit berühmten Sessionszene wurde, die Talente wie den Dubliner Bouzoukispieler Eoin O’Neill, mit dem Mary seit ihrem 16.Lebensjahr jamte, den Banjo-Virtuosen Kevin Griffin und den Concertina-Spieler Terry Bingham vorzeigen konnte. Mary Custy vollzog eine typische musikalische Sozialisation: Von Kindesbeinen an mit traditioneller Musik konfrontiert, kehrte sie dieser in Teenagerjahren den Rücken und begeisterte sich für U2, Talking Heads und Davie Bowie, bis sie schließlich zu ihren Wurzeln zurückfand und mit neuem Selbstbewusstsein das Beste aus allen ihren musikalischen Erfahrungen zu etwas Neuem verschmolz. Bedeutender Stimulus dabei war die Folk-Rock-Band Bushplant, die mit irisch-englisch-bretonischer Besetzung irische und bretonische Musik mit Cajun, Zydeco, Jazz und Rock legierte. Auf ihrem Debütalbum With A Lot Of Help From Our Friends (1989) gastierten Sharon Shannon, K. Griffin, T. Bingham, E. O’Neill und die lokale Legende Micho Russell (1915-1994) aus Doolin. Bei ihrem zweiten Album The Ways Of The World kamen noch Waterboys-Geiger Steve Wickham und Meisterfiddler Martin Hayes hinzund Mit ihrer eigenen Electric Trad/Jazz-Band spielte sie 1997 die CD The Mary Custy Band ein, auf dem sich traditionelle Tunes mit Kompositionen von Sly & Robbie, Gerry Molloy und anderen abwechseln. Die Mary Custy Band setzt sich zusammen aus Eoin O’Neill (bouzouki), Kevin Glynn (b), Michel Bonamy und Stephen Flaherty (g), der ihr bevorzugter Duopartner ist. Mit ihm fügte sie den vielen irischen Fiddle-Gitarre-Alben in Form von After 10:30 ein weiteres exzellentes hinzu, auf welchem sie auch die versonnene Melodie Diamond Skulls aus dem gleichnamigen Film am Piano zum Besten gibt. |
|