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„After Aly, the only other guy I can think of who took my breath away and who could do something I’d never seen in my life before is a guy called Cunningham and he plays the accordion. Cunningham blew my mind when I first saw him. You chance across greatness, you get a flash of it, and you don’t know where it came from or how the hell they got it. But they’ve got it. They know the hotspot on the instrument.“
Billy Connolly
Um Phil Cunninghams einzigartiges Akkordeonspiel, das zu den virtuosesten der Welt zählt, folgen zu können, bedarf es der Zeitlupe, seine Präzision und Geschwindigkeit grenzt an Magie. Nicht nur hat er das Piano-Akkordeon aus dem Heuchter-Teuchter-Sound der altmodischen schottischen Ceilidh-Bands (siehe Céilí- & Ceilidh-Bands) befreit und in den modernen Bandsound von Silly Wizard integriert, er spielt außerdem noch vorzüglich Tin-Whistle, Bouzouki und Keyboards, ist wegen seines frühen Einstieges in die schottische Revival-Szene der 70er Jahre das wohl innovativste Verbindungsglied zwischen dieser und der experimentelleren Szene der 90er Jahre. Des Weiteren ein gefragter Produzent, Komponist unzähliger Tunes und gute Seele des schottischen Folk. Phil Cunningham wurde 1960 in Edinburgh geboren. Mit drei Jahren nahm er seine ersten Akkordeonstunden, in seinen frühen Teens bildete er mit seinem älteren Bruder Johnny ein informelles Duo, das bei Sessions mit bis dahin nicht gehörter Perfektion, Geschwindigkeit und Ausdauer andere Teilnehmer „unter den Tisch spielte“. Mit 16 war er Scottish Junior Champion und stieg bei der Band seines Bruders ein, den legendären Silly Wizard, deren wuchtigen Sound er bald dominierte. 1983 verließ er die Band, um eine Solo-Karriere zu starten, die zunächst als Komponist und Interpret in Radio, Fernsehen, Kino und Bühne begann und deren ersten zwei Höhepunkte die Alben Airs and Graces (1984) und The Palomino Waltz (1989) markieren sollten. Zweiteres gewann den prestigeträchtigen American Indie Award. Auf seinen Platten spielt er sein ganzes Können aus: moderne funk-jazzige Reel-Sets, traditionelle Strathspeys und für ihn charakteristische ruhige und sehr sentimentale Stücke. Die Cunningham-Brüder gründen 1985 mit den berühmten irischen Geschwistern Mícheál und Tríona O’Dhomhnaill (Ex-Bothy Band) das Ensemble Relativity, das zwei Jahre vor allem durch die USA und Großbritannien tourte und zwei Alben aufnahm. In der Zwischenzeit taucht er immer wieder bei Silly Wizard auf, die sich 1988 nach einer großen Abschiedstournee auflösen. Cunningham übernimmt in der Zwischenzeit für die schottische Szene die Rolle, die Donal Lunny in Irland innehat, und avanciert zu einem der gefragtesten Produzenten. Auch Zusammenarbeit mit irischen Musikern wie Altan oder Dolores Keane, deren Album er produziert. Dabei befreundet er sich mit dem kongenialen irischen Button-Accordion-Spieler Mairtín O’Connor. Ein fulminantes Duett der beiden Meister ist auf der Platte Aly Bain & Friends zu hören. Mit dem großen Fiddler Aly Bain (Boys of the Lough) bildet er seit 1988 ein reguläres Duo. Phil Cunningham, der bei Inverness sein eigenes Aufnahmestudio (CAP Recording Studios) installierte, hat das Feld bereitet für eine junge experimentierfreudige Szene, die in den 90er Jahren schottischer Musik zu einem unerwarteten Boom verhilft, sodass er sich in seiner Zusammenarbeit mit Bain oder seinem Beitrag zur Nineties Collection auf einen konservativeren und moderateren Stil zurückbesinnt. 1997 kam Cunninghams Komposition Highlands And Islands Suite im Eden Court in Inverness zur Uraufführung. Dessen Ouvertüre hat er nach eigenen Angaben bereits mit 14 komponiert (mit 12 begann er TV- und Radiojingles zu komponieren). Als Komponist unzähliger Pipe-Tunes wagte sich der Multiinstrumentalist Cunningham zuletzt auch über die Scottish Small Pipes, - und über das Saxophon seiner kleinen Tochter; und wie er und Kollege Aly Bain enthusiastisch ankündigten, dürften sie mit der unkonventionellen Kombination Saxophon/Fiddle bald den Sound des Scottish Folk-Revivals bereichern. |
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