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Lange bevor Planxty u. Bothy Band des Gepräge des irischen Folk-Revivals zu bestimmen begannen, haben die musikalischen Brüder des Furey-Clans durch ihren freakigen Habitus u. ihre Kombination von Uilleann Pipes mit diversen Saiteninstrumenten den „Spirit“ des Revivals antizipiert. Sie entstammen einer fahrenden Familie mit langer musikalischer Tradition. Das erste große Irish Folk Festival 1974 in Deutschland war von den Fureys dominiert. Als Conferencier u. bedeutender Fiddler fungierte ihr damals über 70-jähriger Vater Ted Furey, ein über und über tätowierter smarter Hippiegentleman. Diese problemlose Mischung aus Traditionsbewusstsein u. derber Freakigkeit faszinierte das junge deutsche Publikum, für welches solch eine Kombination etwas sehr Exotisches hatte. Sein ältester Sohn Eddie (g, mandola, harm, f, bodhrán, voc), geboren am 23. Dezember 1944 in Dublin, u. Finbar Furey (uilleann pipes, t-wh, bj, fl), geb. am 28.September 1946, ebendort, waren bereits in den 60er Jahren Kern der Dubliner Session-Szene u. pflegten freundschaftliche Kontakte zur britischen, insbesondere schottischen Folk-Club-Szene. Besonders Finbar Furey, „The Prince Of Pipers“, öffnete dieser songorientierten Szene die Möglichkeiten für eine dynamische Adaption keltischer Instrumentalmusik. Viele - u. a. der Geiger Aly Bain - wurden durch ihn in die Geheimnisse der irischen Musik eingeweiht. Bereits in seinen Teens hatte Finbar 23 Dudelsackwettbewerbe, u. a. die prestiguösen All Ireland Championships gewonnen. Sein wildes Legatospiel (Open Style) entspringt der besten irischen Zigeunertradition eines Johnny Doran (1908-1950) u. war neben dem seines Kollegen u. Freundes Paddy Keenan (Bothy Band), mit dem er gemeinsam aufwuchs, das beste seiner Zeit. Obwohl innerhalb tradtioneller Grenzen macht er - besonders bei seinen unübertroffenen Slow Airs - exzessiv vom Cranning Gebrauch (siehe Charakteristische Ornamente der traditionellen Instrumentalmusik), was seinem Spiel eine leger-jazzige Note verlieh. Spätere Innovatoren auf den Uilleann Pipes wie Davy Spillane verdanken ihre Kunst zum größten Teil Finbar Furey. Ihre jüngeren Brüder George (g, b-acc, mandola, autoharp, whistles, voc), neben Eddie der arrivierteste Songwriter der Familie, u. Paul (p-acc, melodeon, concertina, whistles, bones, spoons, voc) hatten mit dem jungen Edinburgher Multiinstrumentalisten Davey Arthur (g, mandolin, cittern, bouzouki, dulcimer, t-bj), wegen seiner Fertigkeiten auf Saiteninstrumenten „the King of Strings“ genannt, die Band The Buskers gegründet. Aus einer Verschmelzung des Duos mit dieser gingen schließlich The Fureys & Davy Arthur hervor, die in ihrer wilden, innovativen Art der Interpretation in nichts den anderen berühmten Revival-Bands ihrer Zeit nachstanden. Bedeutendste Produktionen dieser Zeit waren Morning On A Distant Shore, dessen vielgerühmter Titeltrack eine Komposition des englischen Musikers Bob Stewart war, mit dem Finbar im selben Jahr das Album Tomorrow We Part eingespielt hatte. Die Fureys wiesen en breites Oeuvre auf, das auch neueren Songs seinen Platz ließ. Der Titeltrack ihres 1980er Albums The Green Fields Of France, die wohl beste Coverversion des bekannten Antikriegsliedes von Eric Bogle, hielt sich monatelang in den irischen Charts u. avancierte zu sowas wie einer inoffiziellen Hymne. Dieser unerwartete kommerzielle Erfolg markierte zugleich eine Wende im künstlerischen Schaffen der Band. Nach Jahren des rastlosen Herumstreunens änderten sie ihr Konzept u. starteten einen Versuchsballon namens When You Were Sweet Sixteen, der zum Kassenmagneten wurde. Von nun an schmeichelten sich die Fureys mit folkloristisch angehauchten Kommerz-Herz-Schmerz in die Herzen eines breiteren Publikums, nachdem sie fast zwanzig Jahre den irischen Folk zu neuen Ufern getrieben hatten. Davey Arthur kehrte mit seiner Solo-CD Celtic Side Saddle zum guten alten Rhythm & Reel zurück u. auch Finbar Furey blieb neben dieser kommerziellen Schiene der Tradition immer treu. 2000 tauchte er in seiner ersten Filmrolle an der seite von Leonardo Di Caprio, Liam Neeson u. Daniel Day Lewis als irischer Mafiaboss in Martin Scorceses Gangs of New York auf. |
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