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„He does play fast, but he gets all the notes in.“
Gordon Jones (Silly Wizard)
Johnny Cunningham ist neben Aly Bain, Alasdair Fraser und John Martin der wohl bedeutendste Geiger des schottischen Folk-Revivals, mit seinem jüngeren Bruder Phil, ein nicht minder genialer Akkordeonist, bildete er die Melodiesektion von Silly Wizard und gemeinsam - ihre an Drive, Akkuratesse und Ausdauer unübertroffenen Duette waren Höhepunkte jedes Live-Auftritts dieser bedeutenden Formation - setzten sie in der keltischen Musik neue Standards. J. Cunningham wurde 1959 in Edinburgh geboren. Ihre ersten musikalischen Erfahrungen sammelten er u.sein Bruder als Harmonikaspieler in der Green Lee Old Age Pensioner Harmonica Band. Sie waren die einzigen Mitglieder unter 70; John war fünf, Phil drei Jahre alt. Mit 14 beschloss er von zuhause abzuhauen und das Leben eines Stromers zu leben, das ihn von einer Wohngemeinschaft zur anderen und schließlich zu Gordon Jones und Bob Thomas führte, welche damals den Triangle Folk Club leiteten. Unter dem Einfluss von Gruppen wie Planxty und der JSD-Band gründeten sie Silly Wizard, denen sich 1976 auch Phil anschloss. Anfang der 80er ging John in die USA und geigte nur noch sporadisch, für Amerikatourneen und Plattenaufnahmen bei Silly Wizard. Dort spielte er sein Debütalbum Thoughts From Another World ein, auf dem er sich verschiedensten musikalischen Einflüssen öffnete und ein atmosphärisches Folk-Rock-Konzept verfolgte, das stark an das der etwas später gegründeten Moving Hearts erinnert. Ein Jahr zuvor hatte er bereits mit Phil das Album Against the Storm eingespielt, auf dem die Brüder alle Register ihres Könnens zogen und sich Rockelemente, rein traditionelle Interpretationen und solider Revival-Folk abwechselten. Mit Fair Warning (1984) lieferte er schließlich einen Klassiker unter den traditionell beeinflussten Fiddlealben. Allein der Titeltrack demonstriert seinen Sinn für ausgefallene, neue Arrangements: ein Set aus traditionellen schottischen Reels, bei dem sein Geigenspiel zu aggressiver Rockpercussion minimalistisch dahinjagt und zeitweise mit Atonalität kokettiert. Bei anderen Nummern wie Logan Braes (Burns) und Planxty Drew (O’Carolan) ruhigere, sehr lyrische Arrangements. Sein vielseitiger Zugang machte ihn auch zum idealen Partner des Ex- Bothy-Band-Fiddlers Kevin Burke. Mit diesem und dem bretonischen Fiddler Christian Lemaître ging er unter dem Motto Celtic Fiddle Festival auf Tour. Mit Phil und zwei anderen berühmten Geschwistern, (ebenfalls Ex-Bothy-Band) Mícheál & Tríona O Dhomnaill gründete er 1985 Relativity. Zuvor war er Mitglied der Bostoner Rockband Raindogs gewesen. Nebenbei ist er stark in die Traditional- u.die progressive Folkszene der amerikanischen Ostküste involviert, gleich seinem Bruder in Schottland ist seine Autorität als Produzent, Studiomusiker und Arrangeur gefragt. Brooks Williams, Bill Morrissey, Gerald Trimble, Cherish the Ladies sowie die innovative Szene um Seamus Egan und dessen Band Solas schätzen die Zusammenarbeit mit diesem zumeist in schwarze Seide oder Leder gewandeten keltischen Großstadt-Wizard. 1993 kam es wieder zur Kooperation mit den O’Dhomhnaill-Geschwistern, diesmal in ihrem modernen Instrumentalensemble Nightnoise. Einen weiteren Markstein zu seinem unermüdlichen Schaffen lieferte er 1997 mit der Musik zu dem erfolgreichen Puppentheaterstück Wendy and Peter, einer Neuadaption des Peter-Pan-Stoffes, bei dem der belesene und lyrisch interessierte J. Cunningham auch die Liedtexte verfasste, die von Rock/Folk-Sängerin Susan McKeown gesungen wurden.
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