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„June Tabor is often referred to as the leading voice in British folk but, in reality, her tremendously powerful artistry cannot be confined by that definition. Her resonant, expressive contralto and intelligent approach to song interpretation has taken her beyond a repertoire restricted by regional or national heritage.“
John Crosby (Folk Roots)
„If you can’t appreciate June Tabor you should just stop listening to music.“
Elvis Costello
June Tabor ist neben Sandy Denny u. Maddy Prior die wohl bedeutendste Sängerin des englischen Folk, eine herausragende Persönlichkeit, auf die das Ettikett Folk am wenigsten zutrifft, will heißen: Niemand mehr als June Tabor kann das Klischee von Folk über den Haufen werfen. Sie wechselt zwischen traditionellen Liedern, modernen Rocksongs u. Chansons u. Jazzstandards, ohne dass der Stilwechsel weiters auffällt, so originär ist ihre Präsentation, die sich durch ihre dunkle, tiefe Altstimme auszeichnet, mit der sie jedes noch so langsam gesungenes Lied ein spannendes Erlebnis werden lässt. June Tabor wurde am 31. Dezember 1947 in Warwick geboren. Als Teenager orientierte sie sich an französischen Chansons wie denen von Francoise Hardy, ehe sie Mitte der 60er Jahre Martin Carthy im Fernsehen singen hörte. Als weibliches Vorbild nahm sie sich Folksängerin Anne Briggs u. war bald Leadvokalistin der Band Mistral, mit der sie während ihres Studiums in Oxford auftrat (u. a.1967 beim renommierten Sidmouth Festival). Eine professionelle Sängerinnenkarriere begann sie erst Anfang der 70er Jahre in Erwägung zu ziehen. Ihre Stimme tauchte damals auf mehreren Alben auf (u. a. Rosemary Hardmans Firebird). Der Durchbruch gelang erst durch die Zusammenarbeit mit der bereits populären Steeleye-Span-Vokalistin Maddy Prior, mit der sie 1976 das legendäre Album Silly Sisters aufnahm. Im selben Jahr erschien ihr Debütalbum Airs And Graces, das ihre steile Karriere begründete. Es folgte Ashes & Diamonds (1977), worauf sie sich von Nic Jones, Rick Kemp u. Tony Hall begleiten ließ. Weitere bedeutende Musiker, die ihr Schaffen als Instrumentalisten oder Songwriter immer wieder begleiteten, waren Andrew Cronshaw, Bill Caddick u. der Gitarrist Martin Simpson, mit dem sie als Co-Interpret 1980 das Album A Cut Above einspielte. J. Tabor, die kaum selber Songs schreibt, aber die anderer mit unübertroffener Überzeugungskraft präsentiert, bezieht ihre Lieder aus den unterschiedlichsten Quellen, ihre bevorzugten Liedermacher sind: Lal Waterson, Bill Caddick, Alistair Hulett u. natürlich Richard Thompson, dessen Boulevard-of-Broken Hearts-Ansatz ihrem eigenen sehr entgegenkommt. Neben ihrer Solotätigkeit Zusammenarbeit mit Caddick (Bill Caddick’s Wild West Show), Fairport Convention, der Albion Band (Songs From the Shows Vol. 1 & 2), Peter Bellamy (The Transports). 1989 sah die Tabor als kühle Jazzdiva: auf Some Other Time interpretierte sie nur Jazzstandards, von Thelonius Monks Round Midnight bis zu Antonio Carlos Jobims Meditation; 1990 kleidete sie sich in schwarzes Leder u. nahm mit den Folk-Punk-Rockern Oyster Band das Album Freedom And Rain auf. Ihre eigenwillige Art der Darbietung u. Instrumentierung (vorzüglich Huw Warrens versonnene Klavierarrangements) stößt bei vielen Folkies auf Ablehnung u. genau das bestätigt den über eingefahrene Grenzen hinausweisende Genius von June Tabor. Die Band, derer sie sich in den 90er Jahren bedient, besteht zumeist aus Huw Warren (piano, cello), Mark Emerson (viola, violin, p-acc), Mark Lockheart (clarinet, tenor- & sopran-sax), Dudley Phillips (b) u. dem englischen Nachwuchstalent am Diatonischen Akkordeon Andy Cutting (siehe Chris Wood & Andy Cutting). Auf A Quiet Eye bedient sie sich eines dreizehnköpfigen Jazz-Brass-Ensembles, was ihren dunklen, dramatischen Liedarbietungen noch nie zuvor gehörte jazzige Nuancen verleiht.
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