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    Elvis Costello  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„I started with rock’n’ roll and you don’t really think of it in a scholarly way, then you start to take it apart like a child with a toy and you see that there’s blues and country...Then you go back from country into American folk music, and you go back from American folk music and you end up in Scotland and Ireland eventually.“

Elvis Costello

Costello ist kein italienischer Name, sondern ein irisch-gälischer, - und nicht einmal der richtige des exzentrischen Mitbegründers des New-Wave, welcher als Declan Patrick McManus am 25. August 1954 in die irische Community von Birkenhead, Merseyside, London, geboren wurde. Sein Vater war professioneller Sänger im Joe Loss Orchestra, einer damals populären Tanzband, und hatte einen breiten musikalischen Geschmack, von Jazz bis traditioneller irischer Musik. Declans erste Gigs fanden in Folk-Clubs statt, er erinnert sich an einen dieser Auftritte, als Ewan MacColl höchstpersönlich in der ersten Reihe saß und prompt einschlief. Elvis Costello spielte alle Register, seine wichtigsten Einflüsse begannen bei Cole Porter, setzten sich im R & B fort u.endeten vorerst beim Punk, als der gelernte Computerprogrammierer einer Kosmetikfirma seine Demo-Bänder 1977 zum Underground-Label Stiff brachte, das ihn prompt unter Vertrag nahm. Die ersten Singles Less Than Zero, Alison, Watching The Detectives begründeten seinen Kultstatus. Bis 1990 nahm Costello mit seiner Band The Attractions elf Alben und zwei Sampler auf. Ein pessimistischer Ideologiekritiker der kleinbürgerlichen englischen Gesellschaft, dem der „Rolling Stone“ attestierte, er besitze „die Intelligenz von Randy Newman, die Unduldsamkeit von Bob Dylan, den Jedermann-Pathos von Buddy Holly und die Originalität John Lennons.“ Seine Verehrung für Countrybarden wie Hank Williams oder George Jones führte ihn unweigerlich zum elegisch-tragischen Element der irisch-keltischen Musik. Ein geniales Alter Ego fand er diesbezüglich im iro-englischen Folk-Punk-Poeten Shane MacGowan, der mit seinen Pogues gerade die Clubs von London unsicher zu machen begann. Als Fan der ersten Stunde produzierte Costello deren zweite LP Rum, Sodomy & The Lash und ehelichte Pogues-Bassistin Caít O’Riordan. Sein Interesse führte ihn weg vom rabaukenhaften Folk-Punk zu den anspuchsvolleren Projekten der richtigen irischen Szene. Auf seinem Album Spike (1989) ließ er gemeinsam mit über dreißig Musikern (darunter auch P. McCartney, Roger McGuinn, die Dirty Dozen Brass Band etc.) all seine musikalischen Interessen hervorscheinen. Unter den Musikern befanden sich auch eine Handvoll irischer traditioneller Instrumentalisten. Für die preisgekrönte Fernsehdokumentation Bringing It All Back Home interpretierte er den eigens für diese Darstellung der Geschichte irischer Musik geschriebenen Song Mischievous Ghost, gemeinsam mit Donal Lunny, Uilleann-Piper Davy Spillane, der Sängerin Mary Coughlan und einem klassischen String-Sextett. Mit Ex-Gryphon-Mitglied Richard Harvey produzierte er den Soundtrack für die BBC-Serie G.B.H. und 1998 ließ er durch eine Gemeinschaftsproduktion mit dem König des gepflegten Kerzenlichtschlagers, Burt Bacharach, aufhorchen. Im selben Jahr gastierte er auch auf Paddy Moloneys Konzeptalbum Long Journey Home, für welches er den Titeltrack komponiert hat, den er im Duett mit dem Chieftains-Piper zum Besten gab. Zur Jahrtausendwende macht Herr Costello mit immer ausgefalleneren Projekten von sich reden, so z.B. mit der Fusion-CD For The Stars, die er mit der weltberühmten Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter einspielte.