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    Liz Carroll  
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  Quelle: Crossroots, ISBN 3-935943-00-8 (Verlag C.Ludwig, 2002)  
    Autor: Richard Schuberth  
 

„Her fiddling is powerfully impressive and ‘of its place’, but cut too from her very own eclectic cloth.“

Fintan Vallely

Irisch-amerikanische Geigerin von herausragender stilistischer Individualität und viel gerühmten kompositorischen Fähigkeiten, eine der Kultfiguren der amerikanisch-irischen Szene. Liz Carroll wurde 1956 in der Southside von Chikago als Tochter irischer Immigranten geboren. Zu ihren musikalischen Vorbildern zählt sie Jimmy McGreevy, Máirtín Byrnes und Seamus Connolly sowie die Akkordeonisten Joe Cooley und Kevin Keegan. Mit 17 war sie All Ireland Senior auf der Fiddle, unmittelbar darauf wurde die mittlerweile diplomierte Sozialpsychologin und Lehrerin Mitglied von Mick Moloneys All-Star-Band Green Fields of America. 1979 nimmt sie ihre erste Platte auf, Kiss Me Kate, auf der sie von Marty Fahey abwechslungsreich am Piano begleitet wird. Eine etwas modernere Begleitung steuert Dáithí Sproule auf der Gitarre ihrem exzellenten Album Liz Carroll bei, auf dem sich neben den üblichen Traditionals eine Menge komplexer und flamboyanter Eigenkompositionen befinden. Bis heute hat Liz Carroll zwischen 125 und 150 Tunes komponiert, ihren ersten mit neun. Sie ist bekannt für ihren schnellen, aber stets eleganten Stil, lyrisch und swingend, den präzisen rhythmischen, eher harten Bogenstrich ohne jedoch das Sliden, das expressive Hinauszögern von Tönen zu sehr zu übertreiben, wie das etwa für Martin Hayes charakteristisch ist. Liz Carroll ist Vorbild für eine ganze Generation junger iro-amerikanischer Geigerinnen wie Eileen Ivers oder Winifred Horan (Solás). Sie brillierte bei den frühen Cherish The Ladies und bildet mit Dáithí Sproule und dem Akkordeonisten Billy McComiskey aus Philadelphia das renommierte Trio Trian. 1994 wurde sie für ihre musikalische Leistungen als Spielerin, Komponistin und Lehrerin mit dem prestiguösen Arts National Heritage Award ausgezeichnet. Und 1999 erklärte der irischstämmige Bürgermeister von Chikago, Richard M. Daley, ihren Geburtstag (19. September) zum ofiziellen „Liz Carroll Day“. Mit Lost InThe Loop brachte die Chikagoerin, die neben ihren musikalischen Ambitionen auch eine begeisterte Base- und Baskettballspielerin sowie Mutter zweier Kinder ist, eine CD auf den Markt, die mit Seamus Egan und Johnny Doyle sowie Anthony Mann (dr, perc, bodhrán), Chico Huff (b) und Michael Aharon (piano, keyb), allesamt Musiker im Dunstkreis der Band Solás, eine dynamischere und perkussivere Begleitung aufweist, als dies bei ihren vorigen Aufnahmen der Fall gewesen war. Dreizehn der dort vertretenen 23 Tunes sind Eigenkompositionen.